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    Helfen Light-Produkte wie fettreduzierter Joghurt beim Abnehmen?

    Warum Light-Produkte nicht beim Abnehmen helfen

    27.11.2018
    Viele Produkte werben mit Zusätzen, wie „light“, „Diät“, „Zero“ oder „fettreduziert“. Klingt, als wären sie gesünder, nicht wahr? Ich zeige dir, warum das in den meisten Fällen nicht stimmt. Und warum du dich beim Abnehmen auf andere Lebensmittel verlassen solltest.

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    Was sind Light-Produkte?

    Der Zusatz „light“ oder „fettreduziert“ auf einer Lebensmittelverpackung ist rechtlich geschützt. Deswegen ist er aber nicht automatisch ein Gesundheitssiegel.

    „Light“ dürfen sich nur Produkte nennen, die mindestens 30 Prozent weniger Fett oder Zucker enthalten als vergleichbare „Originalprodukt“.

    Wichtig: Das bedeutet nicht, dass Light-Produkte weniger Kalorien enthalten müssen. Oft unterscheiden sie sich in diesem Wert kaum vom Original und erleichtern deshalb auch nicht das Abnehmen.

    Warum bedeutet „weniger Fett“ nicht automatisch „gesünder“?

    Viele Personen verbinden den Begriff „Fett“ mit ungesund. Das ist zu einfach gedacht. Die Ernährungswissenschaft empfiehlt zwar, Fett nur in geringer Menge aufzunehmen, eine zu strikte Einschränkung kann allerdings sogar gesundheitsschädlich sein. So gibt es Fettsäuren, die lebensnotwendig sind, die der Körper aber nicht selbst herstellen kann – sie werden „essentiell“ genannt. Diese Fettsäuren müssen wir über Nahrung zu uns nehmen.

    Die Empfehlung lautet: Nimm nur geringe Mengen Fett zu dir, dafür aber in hochwertiger Form!

    Das sind insbesondere mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wie sie Leinsamen, Rapsöl und Walnüsse enthalten.

    Welche Fette in Lebensmitteln stecken, darüber sagt der Zusatz „Light“ nichts aus. Du darfst also nicht davon ausgehen, dass so benannte Produkte nur besonders wertvolle Fettsäuren enthalten, wie Omega-3.

    Vorsicht Zuckerbombe: Wie fettarme Lebensmittel das Abnehmen verhindern

    Weil Fett ein wichtiger Geschmacksträger ist, werden Lebensmittel, denen Fett lebensmitteltechnologisch entzogen wurde, oft mit Zucker angereichert. Dieser Prozess – der wenig mit einer natürlichen Ernährungsweise zu tun hat -, führt nicht selten dazu, dass das neu kreierte Produkt am Ende mehr Kalorien liefert als das Original.

    Beliebt ist dieses Vorgehen bei vielen Milchprodukten. So kann ein Fruchtquark in der Light-Variante eine wahre Kalorienbombe sein.

    Mango-Quark-Dessert Damit du nicht weiter zu Kalorienbomben greifen musst, haben wir uns eine zuckerarme Variante überlegt: das Mango-Quarkdessert. Foto: SevenCooks

    Gesetzlich bewegen sich die Hersteller mit diesem Vorgehen auf sicherem Terrain. Für die Kennzeichnung reicht es schließlich aus, den Fett- oder Zuckergehalt um 30 Prozent zu reduzieren.

    Selten hat das Sprichwort „Den Teufel mit dem Belezbub austreiben“ besser gepasst. Und der Gesetzgeber muss sich fragen lassen, ob er mit dieser Regelung nicht Konsumententäuschung unterstützt.

    Vorsicht Abnehmfalle: Verzuckerte Light-Produkte können das Abnehmen erschweren. Fett verbleibt viel länger im Magen als Zucker und sättigt dadurch stärker. Lebensmittel mit großen Mengen Zucker steigern den Appetit hingegen sogar, weil ihr Verzehr die Insulinausschüttung ankurbelt.

    Knuspernd zum Wunschgewicht? Die Wahrheit über fettreduzierte Chips

    Du hast es dir wahrscheinlich schon gedacht: Auch Light-Chips sind zum Abnehmen eher ungeeignet. Sie werden auf dieselbe Weise präpariert wie Milchprodukte – Fett raus, Kohlenhydrate rein. Unterm Strich ändert sich an der Kalorienbilanz kaum etwas.

    Rezept-Tipp: Versuchs doch mal mit selbstgemachten Gemüsechips. Unsere Wirsingchips sind fettarm und garantiert ohne Zucker oder Glutamat.

    Wurzelchips Nicht nur Wirsing, auch Karotten, Rote Bete und Pastinaken lassen sich super zu Chips verarbeiten – das solltest du unbedingt ausprobieren. Foto: Monika Schürle und Maria Grossmann

    Light-Produkte „aus dem „Chemielabor“: Bedenkliche Zusatzstoffe

    Als wäre das nicht schon genug, haben Light-Produkte ein weiteres gesundheitliches Defizit: Der Geschmacksträger Fett wird nicht nur durch Zucker ersetzt, sondern auch durch diverse Zusatzstoffe.

    Geschmacksverstärker und Emulgatoren „optimieren“ die Konsistenz und das Aroma der „leichten“ Produkte. Allergikern können sie erhebliche Probleme bereiten.

    Der Austausch von Fett oder Zucker durch Zusatzstoffe gleicht einem Kuhhandel. Zuckerarme Softdrinks enthalten beispielsweise tatsächlich weniger Kalorien. Allerdings stehen Süßstoffe wie Aspartam, Cyclamat und Saccarin im Verdacht, Übergewicht auf andere Art zu fördern.

    In der Ernährungswissenschaft wird diskutiert, inwieweit der Konsum von kalorienarm gesüßten Produkten das Verlangen nach extrem süßen Lebensmitteln fördern kann.

    Süßstoffe stehen in diesem Zusammenhang unter anderem in der Kritik, irreführende Informationen ans Gehirn zu senden und dadurch das hormonelle Gleichgewicht zu stören.

    Und wusstest du, dass in der Massentierhaltung Schweine mit Süßstoffen als Mastmittel gefüttert werden, um ihren Appetit anzuregen?

    Tipp: Um sich vor ungesunden Zusatzstoffen und hohen Zuckermengen zu schützen, empfehle ich dir, immer die Zutatenliste zu prüfen.

    Studie: Diät-Limonade lässt den Bauch wachsen

    Eine wissenschaftliche Studie im Journal of the American Geriatrics Society beobachtet, dass der Konsum von Diätlimonade auf Basis von Süßstoffen den Bauch kontinuierlich wachsen lässt und dadurch das Risiko verschiedener Folgeerkrankungen steigt:

    Negative Effekte auf den Blutdruck, den Glukosestoffwechsel, die Nieren, Gefäße und auf das Herz. Entsprechend kann die Zunahme des viszeralen Fettes (Bauchfett) zu einem höheren Gefährdungspotenzial im Alter für Krankheiten wie Diabetes, Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.

    Maracuja-Eistee Probiere doch einmal unseren Maracuja-Eistee als leckere Alternative zu herkömmlicher Limonade. Foto: SevenCooks

    Psychologie: Wie Light-Produkte vom eigentlichen Problem ablenken

    Light-Produkte wirken nicht nur auf den Körper, sondern auch die Psyche: Wenn du abnehmen willst, musst du dich mit deinem Essverhalten und Lebensstil auseinandersetzen.

    Du musst nicht nur betrachten, was du isst, sondern auch wann und warum du mehr isst, als dein Körper braucht.

    Light-Produkte können diese Ursachenforschung verhindern, weil sie als leichter Ausweg erscheinen: Einfach alle konventionellen Lebensmittel durch Light-Varianten ersetzen und schon purzeln die Kilos. Aber so funktioniert es nicht.

    Im Gegenteil: Light-Lebensmittel verführen im schlimmsten Fall dazu, mehr von ihnen zu essen, als man es sich bei „herkömmlichen Produkten“ trauen würde. Da sie aber selten weniger Kalorien enthalten, erreicht man damit das genaue Gegenteil – man nimmt zu.

    Abnehm-Tipp: Gesundes Abnehmen funktioniert ohne Light-Produkte. Indem du dich ausgewogen und nährstoffreich mit natürlichen, möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln ernährst und lernst, auf dein Bauchgefühl zu hören.

    Fazit: Zum Abnehmen brauchst du keine Light-Produkte

    Zum Abnehmen bist du nicht auf spezielle fett- oder zuckerreduzierte Lebensmittel angewiesen und der „Genuss“ kann teilweise sogar gegenteilige Effekte nach sich ziehen.

    Da es sich häufig um stark verarbeitete – und noch dazu oft kostspielige – Produkte handelt, sollten Light-Produkte eine Ausnahme bleiben und der Fokus auf naturbelassenen, zuckerarmen Lebensmitteln mit einem moderaten Fettgehalt liegen.

    Anstatt mit zuckerreduziertem Müsli liegt du beispielsweise mit Haferflocken goldrichtig. Während du als Alternative zur „Diät-Limo“ eine verdünnte Apfelschorle wählen kannst, legen wir dir anstatt eines fettreduzierten Fruchtquarks eine selbstgemachte Quarkspeise mit frischen Früchten der Saison ans Herz.

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    Titelbild: Pixabay

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