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Gegrilltes Gemüse auf einer Holzplatte

Grillexpertin: Zum Grillen eignet sich nicht jedes Gemüse

FloCooks vom SevenCooks Team
18.06.2018
Sommer, Sonne, warme Temperaturen – das sind gleich drei gute Gründe den Grill anzuwerfen. Dass es für das feurige Vergnügen kein Fleisch braucht, weiß Grillbuch-Autorin Heike Kügler-Anger. Sie verrät dir Tipps und Tricks für die vegane Gaumenfreude.

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Über Heike Kügler-Anger: Es war 2006, als die im Odenwald lebende Heike Kügler-Anger die Lehrbücher gegen den Kochlöffel tauschte. Seitdem veröffentlichte die Englischdozentin zahlreiche Kochbücher zur vegetarischen und veganen Küche. 17 Bücher sind seitdem von Kügler-Anger erschienen, darunter auch "Vegan grillen: Köstliche Rezepte fürs Grillvergnügen".

H.K. Anger CT Von der Englischdozentin zur Kochbuchautorin: Heike Kügler-Anger.

Grillen ohne Fleisch ist für viele undenkbar. Werden sie mit vielen Vorurteilen konfrontiert?

(lacht) Ja. Es kommen immer wieder Sprüche, aber ich verdränge diese mittlerweile und reagiere gelassen. Die beste Möglichkeit dem entgegen zu stehen ist, die Leute probieren zu lassen. Getreu dem Motto: Probieren geht über Studieren. Tofu, Tempeh oder Seitan sind den meisten nicht bekannt und sie haben die Produkte auch noch nie probiert. Ich möchte sie dazu verführen, auch vegane Produkte zu essen, dann können sie schauen, ob es ihnen schmeckt oder eben nicht. Wie heißt es so schön: Liebe geht durch den Magen. Was mir aber wichtig ist, ist die Menschen nicht dazu zu drängen etwas zu probieren, sondern sie zu verführen.

Marinierte Tofu-Paprika Wenn du Tofu noch nicht kennst, dann grille doch mal diese schmackhaften Tofu-Paprika-Spieße. Foto: SevenCooks

Wie kam die Idee, ein Buch zum Thema „Vegan Grillen“ zu schreiben?

Ich grille schon immer gerne. Früher gab es bei uns aber nur Wurst und Koteletts - und das war nichts für mich. Mir hatte die Abwechslung und Vielfalt gefehlt. Daher habe ich das vegane Grillen für mich entdeckt, da es eine große Möglichkeit an verschiedenen Rezepten mit sich bringt. Im Zuge meiner verschiedenen veganen und vegetarischen Kochbücher war das dann eine logische Konsequenz, auch ein Buch zum Thema „Vegan Grillen“ zu schreiben.

Worauf muss ich beim veganen Grillen achten?

Das Wichtigste ist, dass das Gemüse schneller gar wird. Da Gemüse, im Gegensatz zu Fleisch, keine Fettmoleküle besitzt, ist es empfindlicher und verträgt keine große Hitze. Mein Tipp ist daher, das Grillgut an den Rand zu legen. Dort bekommt es nicht die volle Hitze ab, was beim Garen wichtig ist. Es sollte auch darauf geachtet werden, das Gemüse nicht zu oft zu wenden.

Warum?

Durch das Anpacken mit der Zange wird der Saft rausgedrückt und das Grillgut trocknet schneller aus.

Welche Marinaden eigenen sich besonders gut für veganes Grillen?

Meiner Erfahrung nach muss man nicht unbedingt zwischen Marinaden für Fleisch und Marinaden für veganes Grillgut unterscheiden. Wenn die Grundzutaten einer Marinade wie ein hitzebeständiges Öl, ein Säuerungsmittel wie Essig oder Zitronensaft, Kräuter und Gewürze enthalten sind, kann man munter drauf los mixen. Wichtig ist nur, dass die Marinaden genügend Öl enthalten, denn zum einen ist Öl ein Geschmacksträger und zum anderen schützt es davor, dass das Gemüse schnell anbrennt.

Wie zaubere ich authentisches Grillaroma?

Am Einfachsten geht das mit einer rauchigen Barbecue-Soße, die den letzten Kick gibt. Die Frage sollte aber sein: Will ich ein authentisches Aroma nachahmen? Es gibt so viele Möglichkeiten, wie ich mein Grillgut würze oder mariniere: italienisch, asiatisch oder orientalisch. Daher sollte man sich nicht auf ein spezielles Grillaroma festlegen. Besser ist zu sagen: Heute habe ich etwa Lust auf italienisches Flair.

Barbecue-Sauce Klassisch-herzhaftes Raucharoma - Diese BBQ-Soße verspricht authentischen Grillgeschmack. Foto: SevenCooks

"Eine Aubergine wird nie wie ein Putenschnitzel schmecken"

Eignet sich jedes Gemüse zum Grillen?

Zum Grillen eignet sich fast jedes Gemüse. Ein ganzer Kürbis wäre jetzt nicht so gut, denn der würde deutlich zu lange brauchen. Auch hier gilt wieder, alles auszuprobieren und schauen, was einem selber schmeckt und gefällt.

Gibt es einen Grill, der sich besonders für veganes Grillen eignet?

Im Grunde eignen sich alle Arten. Meiner Meinung nach ist ein Gasgrill aber am besten, oder besser gesagt am komfortabelsten. Denn bei einem Gasgrill ist es möglich, die Temperaturen genau einzustellen und durch den Deckel bleiben diese dann auch konstant. Da hat aber jeder seine eigene Vorliebe.

Gibt es einen Trick, wie mein Gemüse perfekt wird?

Ich würde sagen der Trick dabei ist die Marinade. Das Gemüse drei bis vier Stunden vorher marinieren und ziehen lassen - bei Spargel auch gerne über Nacht. Beim Grillen an sich, ist darauf zu achten, dass zügig gegrillt wird. Damit meine ich aber nicht alles auf einmal auf den Rost zu legen, sondern die Sachen nicht zu lange auf dem Grill liegen zu lassen.

Ist es möglich Fleischgeschmack nachzuahmen?

(lacht) Nein, das funktioniert nicht hundertprozentig, außer jemand hat schon einen ziemlich schlechten Geschmackssinn. Am ehesten würde es vielleicht noch mit einem Burger klappen, den man mit den typischen Gewürzen für Fleisch aufpeppt, aber eine Aubergine wird nie wie ein Putenschnitzel schmecken.

Welches Obst eignet sich zum Grillen?

Es gibt nicht nur die typische Grillbanane mit Schokolade, sondern mehr als die meisten denken. Sogar Erdbeeren mit Ahornsirup eignen sich gut. Mein Tipp ist aber gegrillte Melone: Eine Cantaloupe- oder Charentais-Melone halbieren, von den Kernen befreien und mit dem Anschnitt auf den Grill legen. Sobald das Fruchtfleisch anfängt braun zu werden, umdrehen, gern ein paar Lavendelblüten dazugeben und so lange auf dem Grill lassen, bis die Melonenhälften heiß sind. Am Ende mit Eis und Ahornsirup essen — das ist ein Traum.

Gegrillte Ananas Nicht nur Melonen lassen sich gut grillen. Diese exotischen Ananas mit Limettenmarinade garantieren eine süß-saure Abwechslung auf deinem Grill! Foto: SevenCooks

Zum Abschluss: Was ist ihr privates Lieblingsgericht beim Grillen?

Da kommt mir als erster grüner Spargel in den Kopf, aber da muss man schnell zuschlagen, denn so lange gibt es ihn ja nicht. Was ich auch toll finde sind Burger und Päckchen mit Gemüse, Gewürzen und Hülsenfrüchten. Die entwickeln im eigenen Saft einen tollen Geschmack. Das Schöne den Päckchen ist, dass der Vielfalt dabei keine Grenzen gesetzt sind.

Schafskäsepackerl Da bekommt man doch gleich Lust nachzukochen: Probiere doch einmal unsere Schafskäse-Packerl im Pestwurzblatt. Foto: Sammy Hart

Liebe Frau Kügler-Anger, danke für das Interview.

Titelbild: iStock/Shaiith

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