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    Treibende Kartoffeln mit kleinen Trieben auf einem hellen Kartoffelsack Treibende Kartoffeln mit kleinen Trieben auf einem hellen Kartoffelsack

    Darf man keimende Kartoffeln noch essen?

    FloCooks vom SevenCooks Team
    26.08.2018
    Kaum hast du Kartoffeln gekauft, fangen sie an zu treiben. Dann stehst du meist vor der Frage: Kann ich die Kartoffeln noch essen? Wir haben uns um dieses Thema gekümmert und sagen dir, was du wissen musst.

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    Kartoffeln zu lagern ist für mich ein Mysterium, von dem ich lange nicht wusste, wie es richtig geht. Bei mir sah es daher immer so aus: Einen Beutel Kartoffeln gekauft, ein bisschen was verbraucht. Beim nächsten Mal, wenn ich Pellkartoffeln oder Bratkartoffeln zubereiten wollte, sahen die Erdäpfel nicht mehr aus, wie sie sollten, sondern hatten sich in kleine Monster mit mehreren Trieben verwandelt.

    Und jedes Mal stand ich in meiner Speisekammer und habe mir überlegt: Sind treibende oder keimende Kartoffeln noch essbar? Bei mir hat das der Grad meines Hungers und die weitere Auswahl in meinem Kühlschrank entschieden – das bedeutet, dass ich sie gegessen habe. Einfach die Stellen abgeschnitten und rein ins kochende Wasser.

    Und wie ihr seht, ich lebe noch. Doch ganz so pauschal lässt sich das Thema nicht abhandeln, daher haben wir für dich alles recherchiert, was du wissen musst.

    Sind treibende und keimende Kartoffeln giftig?

    Zuerst ist zu sagen, dass jede Kartoffel in der Schale einen unbedenklichen Anteil des leicht giftigen Stoffs Solanin enthält. Solanin ist ein natürlicher Schutz der Kartoffel gegen Fäulnis und vor Fressfeinden.

    Doch wenn eine Kartoffel unter Lichteinfluss keimt, dann steigt der Solaningehalt an. Bei kleinen einzelnen Trieben, reicht es aus, sie großzügig abzuschneiden. Ist der überwiegende Teil der Kartoffel betroffen, sollte sie nicht mehr verzehrt werden, da dann der Solanin-Wert zu hoch sein könnte.

    Das gleiche gilt im Übrigen auch für grüne Stellen auf der Kartoffel. Auch sie enthalten höhere Menge Solanin. Sind die grünen Stellen noch klein, schneide sie großzügig weg. Überziehen sie einen Großteil der Kartoffel, verabschiede dich besser von der Kartoffel.

    Auch durch verschiedene Zubereitungsarten lässt sich Solanin, das zu den Glykoalkaloiden gehört, nur schwer zersetzen. Erst ab 240 °C, so die deutsche Gesellschaft für Ernährung, könne das Gift unschädlich gemacht werden.

    Beim Kochen wird Solanin zwar ins Kochwasser abgegeben, bleibt darin jedoch enthalten. Deswegen sollte das Kartoffel-Wasser danach unbedingt entsorgt werden

    Lesetipp: So werden schrumpelige Karotten wieder knackig

    Wie viel Solanin ist schädlich?

    Doch was ist, wenn du keimende Kartoffeln gegessen hast und dich jetzt fragst, ob du vergiftet bist?

    Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat anhand mehrerer Studien aufgeschlüsselt, ab welcher Solanin-Menge es für den Menschen gefährlich wird.

    In einer normalen Kartoffel – oder besser gesagt in der Schale – stecken je nach Sorte zwischen 20 und 100 mg Solanin pro Kilogramm Kartoffeln. Eine toxische Dosis wird je nach Gesundheitszustand und Alter eines Menschen zwischen 1mg/kg und 6 mg/kg erreicht.

    Das bedeutet: Ein Mensch mit 60 kg Körpergewicht erreicht die minimale toxische Dosis erst dann, wenn er mindestens 600g Kartoffeln mit maximalem Solaningehalt verzehrt - und zwar mit Schale. Es ist also relativ unwahrscheinlich, zudem Kartoffeln bitter schmecken, die viel Solanin enthalten.

    Triebe können je nach Größe und Häufigkeit den Solaninwert deutlich steigern, so dass schon kleinere Mengen zu einer Vegiftung führen können. Das ist jedoch sehr theoretisch zu betrachten, da es zum einen auf den Gesundheitszustand ankommt, zum anderen auf den Solaningehalt der Kartoffelsorte und du die Triebe dazu auch mitessen müsstest. Durch das Schälen oder Pellen der Kartoffel kann außerdem im Durchschnitt zwischen 75 und sogar 90 Prozent des Solanins entfernt werden.

    Du siehst also, es müssten viele Faktoren zusammenkommen, damit du gesundheitliche Schäden erleidest. Daher musst du dir bei normalen Portion keine Sorgen machen, wenn deine Kartoffeln einzelne Triebe besitzt. Lediglich bei kleinen Kindern würde ich dir zur Vorsicht raten.

    Symptome einer Solanin-Vergiftung

    Die Vergiftungssymptome von Solanin sind unter anderem Brennen und Kratzen im Hals, Magenbeschwerden, Darmentzündungen, Gliederschmerzen, Übelkeit, Brechreiz, Nierenreizungen unter anderem Durchfall.

    So lagerst du Kartoffeln richtig

    Doch wie schaffst du es überhaupt, länger etwas von deinen Kartoffeln zu haben? Es kommt auf die richtige Lagerung an. Eine Lagerung – wie bei mir – in der hellen Speisekammer führt durch die warmen Temperaturen und das Licht dazu, dass Kartoffeln früher oder später anfangen zu keimen und schlecht werden. Ideal ist daher ein kühler Keller mit unter zehn Grad, da bei diesen Temperaturen eine Kartoffel nicht treibt.

    Wenn du keinen Keller hast, dann kaufe am besten immer nur kleinere Mengen Kartoffeln und verbrauche diese zügig.

    Lesetipp: Weitere Lagertipps für alle möglichen Sorten im Artikel Obst und Gemüse richtig lagern

    Die wichtigsten Infos zu keimenden Kartoffeln zusammengefasst

    • Wenn deine Kartoffeln schon kleine Triebe haben, dann solltest du diese großzügig abschneiden. Dasselbe gilt für kleine grüne Stellen
    • Ist der überwiegende Teil der Kartoffel betroffen, sollte sie nicht mehr verzehrt werden
    • Solanin kann erst ab 240 °C unschädlich gemacht werden
    • Die beste Lagerung ist ein kühler Keller, in dem die Temperatur bei unter zehn Grad liegen sollte

    In eigener Sache: Mit diesem Artikel möchten wir nicht dazu aufrufen, Lebensmittel zu verschwenden, oder ohne Grund zu entsorgen. Wir möchten lediglich zu einem bewussteren Umgang mit Lebensmitteln animieren und die wissenschaftlichen Fakten, die von Bundesstellen erhoben wurden, an euch weitergeben. Ein vorrausschauender Einkauf, die richtige Lagerung und das rechtzeitige Verbrauchen der Kartoffeln, lässt die Thematik mit der Verschwendung erst gar nicht aufkommen.

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    Titelbild: monicore (pixabay)

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