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Gelb, blau und rot gefärbte Eier auf Marmorplatte

So kannst du Ostereier natürlich färben

Simon vom SevenCooks Team
16.04.2019
Eier gehören zur Osterzeit wie Tannenbäume zu Weihnachten. Wer selber seiner Ostereier färbt, kann die Inhaltsstoffe kontrollieren, denn die gehen auch mal durch die Schale ins Ei. Wie gut man Ostereier natürlich färben kann und zwar mit Gemüsesud, das hat Redakteur Simon ausprobiert und die besten Tipps gesammelt.

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Mein erstes Mal Eierfärben seit der Kindheit hätte ich mir anders vorgestellt. Na gut, ich hatte nie wirklich übers Eierfärben nachgedacht. Bunte Eier gehören für mich zwar fest zur Osterzeit, aber schließlich kann man die doch einfach kaufen.

Dass ich überhaupt übers Eierfärben nachgedacht habe, verdanke ich einem Kollegen. Vor einigen Wochen schickte er mir einen abfotografierten Artikel aus einer Zeitschrift: Eierfärben ganz natürlich und das mit Gemüsesud. Könnte man doch ausprobieren.

Stimmt, könnte man. Ich war etwas skeptisch, eine Spur neugierig und hatte mal wieder Lust, mir die Finger schmutzig zu machen. Die besten Voraussetzungen für einen Praxistest.

Direkt zum Inhalt springen:

Ostereier natürlich färben: Welches Gemüse eignet sich zum Eierfärben?

Das Grundprinzip beim natürlichen Eierfärben mit Gemüsesud ist recht einfach: Man erhitzt Gemüse in Wasser. Dabei gibt das Gemüse seine Farbe an das Wasser ab. Anschließend gibt man gekochte Eier in die farbige Flüssigkeit und lässt sie dort so lange, bis sie den gewünschten Farbton angenommen haben.

  • Spinat für grüne Eier
  • Karotten für orange Eier
  • Rote Bete für rote Eier
  • Rotkohl für blau-violette Eier
  • Kurkumapulver für knallig gelbe Eier

Rotkohl geschnitten Mit Rotkohl kannst du Ostereier natürlich rot färben. Foto: SevenCooks

So kommst du an die Farbe beim natürlichen Färben

Das Gemüse wird in kleine Stücke geschnitten und in einzelne Töpfe verteilt. Hier kommen wir zum ersten Knackpunkt: Wie viel Wasser verwendet man?

Der Artikel empfahl mir 250 Milliliter für zwei bis drei Hände voll Gemüse. Eine recht vage Angabe, ist doch eine Hand Spinat viel luftiger als eine Hand Karottenstücke. Und ich beschloss etwas von dieser Empfehlung abzuweichen. Ich nahm jeweils etwa 250 Gramm Gemüse und bedeckte es mit etwa einem Liter Wasser (bzw. 2 TL Kurkuma auf 0,5 l Wasser). Rückblickend würde ich empfehlen, weniger Wasser zu nehmen.

Der Grund ist recht simpel: Auf je weniger Wasser sich die Farbe verteilt, umso intensiver ist die Färbung am Schluss.

Mein Tipp zur Wassermenge: Etwa so viel Wasser, dass das Gemüse einigermaßen bedeckt ist. Es macht nichts, wenn einzelne Gemüseteile aus dem Wasser ragen. Vom Kurkuma etwa 2 Esslöffel in einem halben Liter Wasser aufkochen.

Wie lange muss das Gemüse kochen?

Meine Vorlage empfahl, das Gemüse etwa 30 Minuten zu kochen. Ich ging auf Nummer sicher und gab dem Sud etwa 45 Minuten Zeit, eine ordentliche Farbe anzunehmen. Das Ergebnis unterschied sich recht stark:

Rote-Bete-Sud Ostereier natürlich färben mit Rote Bete. Foto: SevenCooks

Rotkohl-Sud So sieht die Farbe mit Rotkohl nach 45 Minuten aus. Foto: SevenCooks

Kurkuma-Sud Kurkuma eignet sich ideal, um Ostereier gelb zu färben. Foto: SevenCooks

Spinat-Sud Spinat lässt die Eier zwar grün werden, doch der Farbton ist nicht kräftig. Foto: SevenCooks

Karotten-Sud Auch Karotten eigenen sich nicht so gut zum Ostereier färben. Foto: SevenCooks

Ob das reicht, um damit Eier natürlich zu färben? Ich war immer noch skeptisch. Und mir fiel ein großer Minuspunkt an der Gemüsesudvariante auf: Es kostet nicht nur recht viel Energie, das Gemüse so lange zu kochen, am Ende bleibt auch eine große Menge komplett zerkochtes Gemüse zurück, mit dem man nichts mehr anfangen kann. (Falls euch eine Möglichkeit einfällt, das Gemüse noch sinnvoll zu nutzen, schreibt mir!)

Deshalb mein Tipp für die Gemüseauswahl: Verbindest du Eierfärben mit einer Kochaktion, dann kannst du für den Gemüsesud einfach die anfallenden Reste verwenden, zum Beispiel Karottenschalen oder die äußeren Rotkohlschichten. Und wenn du dich auf wenige Farben festlegst, sparst du Energie beim Kochen.

Wie färbt man Eier mit dem Gemüsesud?

Je nachdem, wie viele Herdplatten man zur Verfügung hat, kann man die Eier parallel zum Gemüse kochen oder in einem zweiten Kochgang. Wichtig ist, die Eier vorher in Essigwasser einzulegen (1 EL Essig pro 250 ml Wasser). Die Säure im Essig sorgt dafür, dass die Schale später die Farbe besser aufnimmt. Die Essigsorte ist dabei relativ egal.

Sind Eier und Sud fertig, filtert man das gefärbte Wasser durch ein Sieb in ein geeignetes Gefäß, um die Gemüsestücke abzuschöpfen. In meinem Fall waren es Wassergläser. Anschließend legt man die Eier in das Gefäß und wartet. Am besten sucht man sich eine Beschäftigung, denn der Färbevorgang dauert ein Weilchen. Während unterschiedliche Färbeanleitungen von ein bis mehreren Stunden sprechen, bin ich auf Nummer sichergegangen und habe sie eine ganze Nacht lang einwirken lassen.

Meine Tipps zum Färbevorgang:

  • Wenn du nur wenige Eier färben willst, gib den Sud in hohe, breite Wassergläser (z. B. die Standardgläser von Ikea). Darin lassen sich zwei bis drei Eier gleichzeitig färben.
  • Generell solltest du darauf achten, dass die Eier komplett vom Sud bedeckt sind.
  • Gib den Eiern eine ganze Nacht im Gemüsesud.

Eier natürlich färben: Was tun, wenn die Eier die Farbe nicht annehmen?

Gespannt wartete ich am nächsten Tag auf das Ergebnis meiner Färbeaktion. Weil ich auf eine Fortbildung musste, war meine Kollegin Vanessa so lieb, die Eier aus dem Sud zu holen. Und das Ergebnis war leider nicht ganz so intensiv wie wir es uns erhofft hatten.

Gefärbte Eier mit Schale Natürlich gefärbte Eier mit Schale. Foto: SevenCooks

Während Rote Bete, Rotkohl und Kurkuma recht gute Dienste geleistet haben, war aus Karotten- und Spinatsud kaum Farbe auf die Eier übergegangen.

Deshalb kam Vanessa auf die kluge Idee, die Eier zu schälen und noch einmal für zwei Stunden einzulegen. Da es sich um Gemüsesud handelte, könnte man die Eier trotzdem noch essen und die nackte Haut würde die Farbe sicherlich besser annehmen. Soweit die Theorie. Aber seht selbst:

Gefärbte Eier ohne Schale Natürlich gefärbte Eier ohne Schale. Foto: SevenCooks

Rote Bete, Rotkohl und Kurkuma haben recht schön und intensiv gefärbt. Bei Spinat und Karotten war leider auch auf nackter Haut nichts zu holen.

Und ganz wichtig: Die Kollegen haben sich als Versuchsesser zur Verfügung gestellt und bestätigt, dass man von der Farbe nichts schmeckt. Da die schützende Schale fehlt, solltest du die Eier auch gut gekühlt spätestens am nächsten Tag essen.

So färbst du deine Ostereier mit einem Muster

Wenn dir gleichmäßig gefärbte Eier zu eintönig sind, kannst du mit wenig Aufwand ein Muster einbauen. Siehst du den Farbverlauf des blauen Eis (der an Marmor erinnert) in der Mitte des nächsten Bildes? Für diesen Effekt musst du das gekochte Ei vor dem Färben gegen einen festen Untergrund drücken, sodass die Schale splittert. Legst du das Ei jetzt ins Farbbad, verteilt sich die Farbe in einem Marmor ähnlichen Muster.

Gefärbte Eier ohne Schale 2 Mit ein wenig Übung kannst du auch marmorierte Muster beim Eierfärben erzielen. Foto: SevenCooks

Mein Fazit zum natürlichen Eierfärben mit Gemüsesud

Natürlich Eierfärben mit Gemüsesud ist ein netter Zeitvertreib. Als Bastelaktion mit Kindern halte ich es nicht für sonderlich geeignet. Die Hälfte des Prozesses ist zu gefährlich (schneiden und kochen) und bei der anderen Hälfte gibt es wenig zu tun (Eier über Nacht im Glas liegen lassen).

Wer allerdings viel Wert darauf legt, selbst zu bestimmen, welche Stoffe an seine Ostereier kommen, der liegt hier richtig. Ein Weiteres Plus: Du kannst auch entscheiden, welche Eier du zum Färben verwendest. Bei gekauften Eiern musst du mitunter lange suchen, bis du welche aus Bio-Haltung findest.

Damit die Färbeaktion gelingt, solltest du ein paar Dinge bedenken:

  • Verwende lieber Gemüsereste, anstatt frisches Gemüse zu „verschwenden“ – am Ende musst du es wegwerfen.
  • Beschränke dich auf wenige Farben. Jedes Gemüse muss einzeln gekocht werden und das kostet viel Energie.
  • Wähle Gemüsearten, die eine intensive Farbe abgeben. In der Regel sind das die üblichen Verdächtigen, die bereits beim Schälen ihre Spuren an den Fingern hinterlassen (Rote Beete, Rotkohl, etc.).
  • Weiße Eier nehmen die Farbe besser an. Klingt offensichtlich, sollte aber der Vollständigkeit halber erwähnt werden.
  • Gib den Eiern genügend Zeit. Wenn sie die Farbe auch über Nacht nicht annehmen, schäle sie und lege sie „nackt“ ins Wasser. Das sollte helfen.

Titelbild: Vanessa Blaser (SevenCooks)

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